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Alia Mossallam at the 60pages Cairo Workshop
Alia Mossallam at the 60pages Cairo Workshop

Rawi

by
Alia Mossallam
12.06.17
180 min
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Youssef Rakha

Arab Porn

by
Youssef Rakha
17.05.16
180 min
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Weissensee, September 20th, 2015

60Pages Showcase

27.04.16
1 min
Salon | 60showcase

Chemnitz, Charleston, Clausnitz

20.02.16
9 min
Post

November 1989 erlebte ich von Istanbul aus, wie die Mauer fiel. Ich freute mich für dieses Land, in das meine Familie und ich aus dieser Stadt gekommen waren. Komisch, dachte ich noch, gerade bei so einem unfassbaren Ereignis bin ich, aufgewachsen in der BRD, nicht da, schaue von der Ferne aus zu. Ich saß fast ungläubig vor dem Fernseher und musste daran denken, wie mir meine Mutter davon erzählte, wie sie 1969 die Landung auf dem Mond in unserem Wohnzimmer im Taunus verfolgten. 

Als dann 1990, kurz nach der Wiedervereinigung, die Treuhand anfing, ostdeutsche Betriebe abzuwickeln, war ich Student an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Erlangen-Nürnberg. Am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre hing ein Zettel, dass die Treuhand Studenten im Hauptstudium suche, die während der Semesterferien dabei assistieren könnten, Umschulungsprogramme in ostdeutschen Betrieben abzuhalten. 

Wir wussten, dass die dortigen Unternehmen in keinem guten Zustand waren und dass das für viele Menschen bedeuten würde, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Ich wusste auch, wie es für meine Eltern war, als sie damals in Deutschland ankamen. Sich in ein neues Arbeitsumfeld einfügen, zwei Kinder einschulen, sich mit einer anderen Gesellschaft auseinandersetzen. Es ging uns gut, wenn auch nicht alle Erfahrungen positiv waren. 

Ich meldete mich. Ich dachte, ich kann nachempfinden, wie es den Menschen in Ostdeutschland geht, wenn sich plötzlich alles ändert, wenn man nicht weiß, ob das, worauf man bisher baute, in einem anderen System funktioniert. 

Nach vier Wochen Vorbereitung kam ich nach Chemnitz, ehemals Karl-Marx-Stadt, zu Robotron, einem Flagschiff der ostdeutschen Industrie. Ich hatte mich ein wenig eingelesen, 1989 arbeiteten in dem Kombinat fast 70.000 Menschen, am Standort Chemnitz waren es glaube ich 8.000. Weniger als 2.000 sollten dort übrig bleiben wurde gesagt. Ich war ich mir unsicher, was ich dort einbringen konnte, außer meinen Optimismus. 

Und so war es dann auch. Montagmorgen um acht stand ich in einer grauen Flanellhose und einem Wollcardigan vor etwa 30 Nochbeschäftigten Robotronmitarbeitern. Mein Vater hatte noch beim Abschied über den Cardigan gelächelt und milde gefragt, ob ich jetzt mit meinen paar Semestern Studium in Yale unterrichten würde. Es roch nach Braunkohle, als ich von meinem Wohnheim, wo noch einige Vietnamesen wohnten, zum Betriebsgelände des Ex-Kombinats lief, und ich hatte davon Kopfschmerzen. Das kannte ich aus Istanbul, als der Ruß von den Kohleöfen im Winter in der Luft hing und ich immer Tage brauchte, um mich an die schmierige, kalte Winterluft zu gewöhnen. Ich sagte: „Guten Morgen, mein Name ist Murat Suner. Ich bin hier, um mit Ihnen die nächsten vier Wochen das Modul Volkswirtschaftslehre und Soziale Marktwirtschaft druchzunehmen.“ Es klang wie ein Witz. Sie guckten mich alle an. Keiner sagte etwas. Ich war Anfang zwanzig, sie zwischen Ende dreißig und Anfang fünfzig. Ich war Student, sie Ingenieure, Physiker, Facharbeiter, Büroangestellte. Ich kam aus der BRD, sie aus der DDR. Wenigstens das hatten wir gemeinsam: Zwei Länder, die es irgendwie nicht mehr gab. Ich fragte mich, wie sie sich jetzt wohl vorkommen, mit so einem jungen Spund vor sich, der noch dazu gar nicht so aussah, wie sie sich vielleicht den Besserwessi vorstellten. Ich dachte, die haben Angst und die trauen mir nicht. Auch das kannte ich aus West-Deutschland. Es gab so endlos viele Begegnungen von klein auf, wo ich das Gefühl hatte, die haben Angst, die sind misstrauisch, ohne dass ich es erklären konnte. Dieses verdammte Gefühl, das mich endlos nervte, aber das ich nicht ablegen konnte, und nicht verstand warum. Ich verstehe es bis heute nicht. Es gibt Erklärungen, dass es mit dem Krieg zusammenängt, mit dem Faschismus, mit dem das Land sich und andere in den Abgrund riss, dass dieses Trauma sich über Generationen vererben kann, all das weiß man heute. Aber man weiß das nicht, wenn man als Kind in diesem Land aufwächst. Ich wusste nur von klein auf, dass die Angst und dieses Misstrauen absolut nichts mit mir zu tun haben. Dass das meinen Eltern gelungen ist, dafür bin ich endlos dankbar. 

Im Laufe der Wochen wurde die Stimmung immer gelassener, jeden Tag verbrachten wir acht Stunden zusammen. Keiner von uns wusste, ob das, was wir da machen würden, irgendjemand nützen würde, aber wir entwickelten eine Art Gemeinschaft in diesem Raum. Aus dem, was lächerlicherweise als Unterricht gedacht war, wurde ein Miteinander-Reden. Ich sollte Noten vergeben, aber schämte mich, gestandenen Physikern etwas über Pivottabellen zu erzählen. Ich glaubte, sie spürten das und ließen mich machen, und ich sie. Eine fand heraus, wann ich Geburtstag hatte, dann gab es morgens einen Kuchen und ein Ständchen von allen auf Sächsisch. Ich war wirklich froh, dass ich nach dem Zettel von der Treuhand gegriffen hatte. 

Im nächsten Jahr bin ich wieder hin, da waren, glaube ich, noch 1.600 da, die Stimmung war ernüchtert. Einige Zeit später brannte in Hoyerswerda ein Heim, in dem vietnamesische Arbeiter lebten – so eines wie das, in dem ich in Chemnitz gewohnt hatte. Es waren sogenannte Gastarbeiter, deren Veträge aus DDR-Zeiten abgelaufen waren. Sie sollten bald nach „Hause“ geschickt werden, viele mit Kindern. 30 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt. Die Menge applaudierte, während Rassisten Brandsätze schmissen. Das war im Herbst 1991. Dann kamen Solingen und Mölln, und Helmut Kohl ging nicht zur Trauerfeier. Später mordete die NSU quer durchs Land, auch in Nürnberg, wo ich studierte. Der Rassismus scheint überall zu sein, wo ich bin, doch eigentlich ist er überall, wo jeder ist. Aber es gibt keine Regierung, die von strukturellem Rassismus spricht.

Es geht nicht um Ost oder West. Dieses Land kann nicht ohne Einwanderung, es setzt sich in der Mitte des europäischen Kontinents ja aus Eingewanderten zusammen. Es gab auch nie irgendeine Gesellschaft ohne Ein- oder Auswanderung. Es geht gar nicht ohne den vermeintlich Fremden, die Konstruktion der fremden Kultur ist lächerlich, es gibt nur eine Kultur des Zusammenlebens oder es gibt keine. Wo Abschottung ist, ist Dunkelheit. Niemand will da leben. Selbst die Leute aus Clausnitz nicht, denn im Grunde vergehen sie vor Selbsthass. Der Mensch hat keine Wahl, er kann sich nur öffnen oder zu Grunde gehen. 

Als die Menschen 1989 „Wir sind das Volk“ schrien, meinten sie das „Wir“, jetzt aber geht es nicht um das „Wir“, es geht um das „Volk“, das die völkische Bewegung des 19. Jahrhunderts meinte, und die war rassistisch und antisemitisch. Dass dieses Geschrei heute auch anti-muslimisch ist, ist fast Nebensache, denn was sich gerade breit macht, ist vor allem anti-demokratisch. 

Ich bin enttäuscht, weil die Politik das nicht klar genug macht. Politik muss das Öffnen der Menschen, das Zusammenleben gestalten, wofür gibt es sonst Politik? 

Ich habe angefangen diesen Text zu schreiben, nachdem ich fassungslos und wütend das Video sah, in dem Geflüchtete in einem Bus mit der unglaublichen Aufschrift „Reisegenuss“ in Clausnitz ankamen und der hasserfüllte Mob die Menschen mit „Wir sind das Volk“-Gegröle bedrohte. Und dann dieser Polizist, der den völlig eingeschüchterten, angsterfüllten Jungen gewaltsam aus dem Bus zerrt, während der Mob dabei aufjohlt. Wer macht so was? Ich wollte mir die Erschütterung aus der Seele schreiben und ich dachte, es wird nicht gut enden. Aber ich erinnerte mich an die Leute, die ich in Chemnitz kennenlernte und die mich kennenlernten, die mich nach einigen Wochen zu sich nach Hause einluden und die am Ende traurig waren, dass ich wieder nach Hause fuhr. Und das beruhigte mich. 

Aber es geht nicht um mich. Da kommen traumatisierte Menschen aus Not und Elend, fliehen aus Verzweiflung und vor dem Tod. Um dann in die hässliche Fratze von entmenschlichten Wesen zu schauen, so dass sie noch einmal um ihr Leben fürchten müssen. Woher kommt diese Entmenschlichung? So was macht allenfalls der Krieg, aber hier ist kein Krieg. Hier stimmt etwas nicht. Auch mit der Politik nicht, mit der Polizei nicht. Dafür müssen wir keine US-amerikanischen Polizeivideos anschauen, in denen Afro-Amerikaner misshandelt oder gleich abgeknallt werden. Was Obama nach dem Attentat von Charleston über die klaffende Rassismus-Wunde, in die dort keiner hineinsehen will, sagte, können wir uns ruhig auch hier eingestehen: Deutschland hat ein gewaltiges Rassimusproblem. Wenn wir es aussprechen, wird es besser, nicht schlechter. Viele Facebook-Kommentare sprechen von Scham und Betroffenheit über Clausnitz, aber das reicht nicht. Das sind keine Einzelfälle, das ist ein wiederkehrendes, also strukturelles Problem. 

Ich, der als Einwanderungskind mit nationalsozialistischer Vergangenheitsbewältigung bis zum Erbrechen aufwuchs, muss es mir selber sagen. Weil ich es nicht fassen kann. Weil ich dachte, als jemand meinen Eltern einen Karton voll mit noch dampfender Scheiße vor die Tür legte, mit einem Zettel, auf dem mit armseliger Handschrift „Geh nach Anatolien, Hunde kurieren“ stand, das sei ein Spinner, wie das halt jeder so denkt. Aber das ist falsch. Ein Rassist denkt nie, dass er alleine steht. Überall. In Hoyerswerda nicht, nicht in Charleston und auch nicht in Clausnitz. Er denkt immer, dass er für andere mithandelt. Andere, die sich nicht trauen, die nicht erkennen, was er vermeintlich erkennt. Er denkt in seinem kranken Wahn, wie der norwegische Massenmörder Breivik, dass er irgendwas beschützt, was schützenswert ist. Aber da ist nichts. Nichts außer Selbsthass. Wir können diese Leute nicht alle auf die Couch legen, wo man sie eigentlich behandeln müsste. Nicht den Mob auf der Straße, nicht die gestörten AfD-Leute, auch nicht die aus der sogenannten bürgerliche Mitte, von denen offenbar viele immer noch denken, Rassimus ist nur, wenn das in der Gaskammer endet, und das sei ja vorbei. Ist es nicht. 

Deutsche sind doch so ehrgeizig. Warum ist die Politik dann nicht so progressiv und erkennt, dass ein Einwanderungsland seit Jahren nicht einfach so stehen bleiben kann. Es reicht nicht, einen einmaligen humanitären Akt zu vollziehen, damit wir uns dann wieder in tumben Das-Boot-ist-voll-Debatten aus den neunziger Jahren verheddern. Da waren wir doch schon. Wir sollten uns der Zukunft zuwenden und konsequent den Weg zu einer echten Einwanderungsgesellschaft bestreiten. Es gibt keinen Weg zurück, wir können nicht stehenbleiben oder abbiegen, es geht nur dorthin. Das muss Politik aber auch sagen.

Sniper Abu Abdul accompanied by Carsten Stormer, Aleppo 2013, © Courtesy of Carsten Stormer
Aleppo - A City Engulfed In Civil War, Aleppo 2013, © Courtesy of Carsten Stormer

The Syrian Tragedy

by
Carsten Stormer
17.02.16
60 min
Longread
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Terrace after my mother set the flag on Turkish Republic Day, October 29th, 2015
Time broadcasted on TRT (National Turkish television) as allocated to political parties and president RTE according to the newspaper "Sözcü"

My mother's flag

Murat Suner about Control on Turkish Republic Day
30.10.15
4 min
Post

Turkey, October 29th, 2015. 

We arrived earlier than expected. My mother walked out on the terrace, her hair still in curlers. Ah, she didn’t notice my text message that we managed to change flights. A little moment of embarrassment, when you arrive with a guest, who wasn’t introduced yet. “You’re early, way too early!”, she says with the notion of a mother, who knows her son to be rather late than early. “I won’t forgive you that one!” she says and laughs. We all laugh. A laughter is always a good introduction, isn’t it? 

A laughter is also the perfect easement for people, who are used to keep their stuff under control: Get up, but more importantly make my father get up, make breakfast, make my father have breakfast, make my father take his medicine before his first bite of breakfast, and strictly before that: make him take four pills, which he inspects every day from scratch, again and again with utter care, as if he took a brand new decision about his life on each morning.

Is that his way to control what remains uncontrolled? Is her strict daily routine from early morning till late at night her way to keep control? Over the loss of control that his dementia brings along to both of them – everyday anew? Is it her way to exercise control in a country that shows you everyday how little its people are in control of things? Where people with power abuse every bit of it, commit crimes, break the constitution, ignore court decisions, as if there was no tomorrow, as if microphones and cameras were wild cards lie straight to people’s face, day by day? And do things that are beyond most people’s imagination – and they get away with it, just like that. 

Since more than a decade the country’s agenda seems to be about the state gaining control: Control over the military, the police, the judiciary, the youth, schools, universities, civil organizations, women, social networks – basically every aspect of society, and first and foremost over journalists, media and social media. After the mass killing in Suruc and Ankara, after every major violent incident, the government imposed a news embargo – five times, only in 2015.

During the last 25 days, in the run up to general national elections, state controlled television channel TRT degenerated into a full-blown government propaganda outlet. This is how TRT allocated its broadcasting time to the country’s major political parties and its president, who is supposed to stay neutral, but in fact isn’t: AKP – 30 hours, RTE – 29 hours (RTE = Recep Tayyip Erdogan), CHP – 5 hours, MHP – 1 hour, HDP – 18 minutes.

It became worse: The day before, police forces with chains saws gained control over BugünTV – a former government allied, now anti-AKP turned television channel. All that happens during live news broadcasting, anchors call their colleagues from other media and report live from the occupied news room, they again report live on other television channels. The bare obviousness of this Orwellian act, the sheer demonstration of power, the perfidious usage of media appears as a powerful gesture of exercising control, and reminds how terrorists are actually using media and social networks to get their message across. 

Today, October 29th, is Republic Day.

Before breakfast, my mother hangs the republic’s flag right over the table. 1923, when the republic was founded, my mother was thirteen, my father five years old. She was born as a republican native when in 1935 women obtained the active and passive right to vote. On November 1st, she will take my father, who can barely walk, and they will go to vote. 

60showcase

Murat Suner about Igor Levit
16.09.15
1 min
Salon | 60showcase

What’s a revolution and how does it sound? 
What is a song and what can it do?
You will find out, with our dear friend Igor Levit playing compositions of his dear friend Frederic Rzewski – for you and all our dear friends. Plus, maybe, some Beethoven.

Lichtenberg Tower Hole with a Used Gin and Tonic Cup

The Tower of Lichtenberg

Murat Suner about Gin and Tonic way East
22.10.13
1 min
Post

Dominique’s story about the FBI analyzing customer data collected by grocery stores in San Francisco in order to find traces of Iranian secret agents leads me to the question what a used Gin and Tonic cup on the tower of Lichtenberg could tell? 47 Monkeys, the Tower, a hole, Vietnamese grocery stores, 60people, a drone, Pakistani food, a broken Alfa Romeo, and across the street the former high security area of the Fahrbereitschaft of the SED Zentralkomittee with embedded contemporary art. A tricky one for the FBI.

About Gin and Tonic

Murat Suner about Vodka and the New Berlin
20.10.13
3 min
Post

Georg thinks about Gin & Tonic. I try to join with a mashed hangover brain. First of all, I resigned from Gin and Tonic a while ago after a short but disastrous period of overdosed gin consumption. The only exception was at our wonderful rainy kick-off walk over Alexanderplatz infused with Georg’s Alexanderplatz long read tasting – probably the most enjoyable scenic reading session I remember. Since ever, and particularly when approaching Alexanderplatz from Karl-Marx-Allee my wandering view sticks at this indescribably grey building, with probably hundreds of small square windows, which drives my phantasy towards darkness. A Gulag that has been forgotten to be removed. Then, with a grin that always lifts my spirit, I think of these lovely sayings: ‘Aus’m Alex wird nie was’ and ‘Spiel nicht mit den Schmuddelkindern’. These became something like a joyful imperative to me to look at many things, a key to how a society would keep its’ vitality and social mobility because life is in many ways about resilience and overcoming disrespect. It was really nice to meet the polite guys who put up the little bar to serve us Gin & Tonic after the scenic walk, and if we didn’t store ourselves in the tiny trailer box that sheltered us from the rain until the servants were ready, it would have felt a bit decadent to have us gentlewomen and men waiting to be served drinks. Vodka was New Berlin that lived up between the still standing ruins from second world war. Vodka leveraged the moneyless from a mentality of early post-war-era-austerity to a defiant yes we can. Vodka is potato. Vodka is Russia that conquered space but whose cosmonauts would still use five penny pencils instead of seven million dollar space pens which the NASA provided to their astronauts just to make notes in zero gravity. Vodka is occupy the new capital with nothing. Gin is The Empire. Tonic is the colonial emissary researcher, way too pale for the jungle, but too ambitious and curious to not find and examine the last undiscovered insect. Insects that provide the chitin which serves as the main ingredient of Tonic. Gin is the light handed gentleman standing in a club, but not the one we used to have in Berlin when dirty deeds were done dirt cheap. That’s done. I still prefer Vodka. It just brings me best through the night.

My elder brother, my father and me
Helmut Schmidt in the 1970s

What is the weight of a sentence?

26.09.13
3 min
Post

The first German politician my father showed me was a man with the same hairstyle, Helmut Schmidt. That was in the 1970s, and who could know he would become the nation’s wise old statesman, the ultimate authority of Germany, and the most popular chancellor of all times, turning 95 on December 23?

My father was born in 1928, turning 85 soon, and after slowly recuperating from a post-cancer operation in spring, the doctors diagnosed a calcification of his brain arteries, which leads to symptoms that resemble Parkinson, they call it Parkinsonism. Everything slows down: thoughts, short-term memory, his walk and talk. His physical shape has changed, except the shape of his hair, which reminds of his behavioural accuracy that takes now more and more of his time. When I was in Turkey this summer I found him old for the first time, and so I decided to stay longer than intended, working there, sharing every day life, talks and memories going back to our early years when television was ritual like the morning schedule before going to school.

The last few meters to catch the school bus leaving down the street of our house at 7:43 was tight. On some days the bus driver looked down from his seat and we had eye contact for a second before he pushed his button of power to open the door again, silently asking why this little boy is always late. Leaving bed was an agony, however, once up I was looking forward to the stand in the bathroom watching my father’s shaving procedure, and particularly his ritual of combing his slightly wet hair to create the perfect side partition on the left side of his head. With his eyes focussing the mirror, the ridge was oscillating until the first draft was shaped for first inspection, slightly bending his head left, right, up and down in front of the mirror. It took him then seven or eight attempts to finalize the procedure with a gentle tone, which I perceived as a self-acclamation, acknowledging his first skilful act of the day. Once he held my head and started dividing my hair to left and right. It didn’t work. My hair is curly.

It was on my father’s birthday, December 23, somewhen in the late 1970s, when he switched on the television: a man with bold hair, accurately done side partition, left hand side. My father said this is Helmut Schmidt, our chancellor, a Social Democrat and, with his particular humorous way, he mentioned casually, that he was born on the same day as him, but – with an ironic tone of relief in his voice – ten years earlier.

He really liked him. I think it was Schmidt’s aura of non-corruptible principles, the unbendable backbone and integrity that he liked most, and may be also his hairstyle. He was just a bit said when he heard Schmidt saying that it was a mistake to have so many Turks immigrating to Germany, but that’s another story.

Today, I wished Schmidt wouldn’t have said another thing: go see a doctor in case you have a vision.

In other words: any pleasant anticipation of the future will condemn us by the punishment to be naïve. Looking around after the German general elections it seems that all politicians and the majority of our people adopted this as principle.

Isn’t that a fatal poison, a massive mental burden when thinking about the future?

Rawi

by
Alia Mossallam
12.06.17
180 min

Arab Porn

by
Youssef Rakha
17.05.16
180 min

60Pages Showcase

27.04.16
1 min

Chemnitz, Charleston, Clausnitz

20.02.16
9 min

The Syrian Tragedy

by
Carsten Stormer
17.02.16
60 min

My mother's flag

Murat Suner about Control on Turkish Republic Day
30.10.15
4 min

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Murat Suner about Igor Levit
16.09.15
1 min

The Tower of Lichtenberg

Murat Suner about Gin and Tonic way East
22.10.13
1 min

About Gin and Tonic

Murat Suner about Vodka and the New Berlin
20.10.13
3 min

What is the weight of a sentence?

26.09.13
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